Geodaten ohne Grenzen

Erweiterte Vereinbarung zum gegenseitigen und grenzüberschreitenden Austausch von Geodaten unterzeichnet.

Im Rahmen der Vollversammlung des Interregionalen Parlamentarierrates am 1. Dezember 2017 in Luxemburg haben Vertreter der Vermessungsbehörden aus Belgien, Frankreich, Luxemburg, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, dem Saarland und Rheinland-Pfalz die erweiterte Vereinbarung zum gegenseitigen und grenzüberschreitenden Austausch von Geodaten unterzeichnet.

Geodaten bergen ein immenses Potenzial, denn fast jedes Objekt auf der Welt ist verortet. Bei vielen Zusammenhängen stehen an irgendeiner Stelle die Fragen „Wo?“ oder „Wohin?“. Mit Geoinformationen lassen sich Themen und Ereignisse miteinander verknüpfen und plastisch präsentieren. Ohne Geodaten lassen sich Fragestellungen aus den Bereichen Wirtschaft, Verkehr, Kommunikation, Umwelt und Katastrophenschutz nicht effizient und transparent bewältigen. Gerade diese Themen enden aber nicht an Landes- oder Staatsgebietsgrenzen. Um so wichtiger ist der gegenseitige und grenzüberschreitende Austausch von Geodaten in der Großregion und darüber hinaus.

Die im Jahr 2014 erstmalig von den Partnern in der Großregion  unterzeichnete Vereinbarung wurde nun um die beiden Bundesländer Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen erweitert. Damit entsteht gerade für Rheinland-Pfalz ein deutlicher Mehrwert, da uns mit beiden Ländern eine Grenze verbindet.

Darüber hinaus haben die Vereinbarungspartner den zur Verfügung gestellten räumlichen Bereich vergrößert: nunmehr können in einem Grenzsaum von bis zu 50 km Daten entlang der Grenzen genutzt werden.

Hochwertige und aktuelle Geodaten spielen eine wichtige Rolle bei  grenzüberschreitenden Raum- und Infrastrukturplanungen und vielen weiteren Anwendungen. Hervorzuheben sind insbesondere auch Vorhaben und Maßnahmen des Gesundheits- und Katastrophenschutzes, des Rettungswesens und der inneren Sicherheit. Dabei kommt vor dem Hintergrund veränderter Sicherheits- und Bedrohungslagen der grenzüberschreitenden Vernetzung der jeweiligen Stellen eine immer größere Bedeutung zu.

Daher regelt die Vereinbarung ab sofort, dass die Geodaten an alle Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben weitergegeben werden können. Hierzu zählen neben Verfassungsschutz, Staatsanwaltschaften und Polizei u.a. auch die Feuerwehren, die Rettungsdienste und das Technische Hilfswerk.

Im Vorgriff auf die Unterzeichnung der erweiterten Datenaustauschvereinbarung hat das Landesamt für Vermessung und Geobasisinformation (LVermGeo) bereits von den erweiterten Möglichkeiten Gebrauch gemacht. Anlässlich des Tags der Deutschen Einheit in Mainz wurden der rheinland-pfälzischen Polizei umfangreiche Geodaten aus den Nachbarbundesländern sowie den Nachbarstaaten bereitgestellt.

Bei der Vorstellung der Datenaustauschvereinbarung im Interregionalen Parlamentarierrat hob Jean-Yves Pirlot, der Leiter der mit der Weiterentwicklung der Vereinbarung betrauten Gruppe, die Bedeutung amtlicher und qualitätsgesicherter Geodaten hervor. In seiner Rede betonte er die neu geschaffenen Mehrwerte für Polizei und Rettungsdienste, welche grenzüberschreitende und korrekte Geodaten benötigen.